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Johannes Itten & Thun. Natur im Mittelpunkt

Dienstag 29.09 @ 10:00 - 17:00

Wie Johannes Itten im Berner Oberland zur Natur fand
Wie Johannes Itten im Berner Oberland zur Natur fand
Johannes Itten (1888–1967) prägt die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Wussten Sie, dass seine künstlerischen Anfänge in der Stadt Thun wurzeln? Seine Landschafts- und Naturerfahrung vom Thunersee und dem Thuner Umland geprägt wurden? Das Kunstmuseum Thun zeigt mit Johannes Itten & Thun. Natur im Mittelpunkt eine Ausstellung, die sich vertieft mit der Frühphase Ittens auseinandersetzt. Sie präsentiert eine Reihe noch nie ausgestellter Gemälde und Zeichnungen, die dokumentieren, wie sehr der Künstler aus der Naturerfahrung der Thuner Landschaft einen für seine Kunst grundlegenden Naturbegriff entwickelt hat: Bis zu seinem Werk nach 1940 kann hier eine Brücke geschlagen werden. Begleitet werden die gezeigten Werke von der theoretischen Reflexion seiner Naturkonzepte.

Von Thun zum Bauhaus-Meister in Weimar?
Offenbar suchte Johannes Itten zwischen 1918 und 1920 mehrfach bewusst die Landschaftserfahrung im Umfeld des Thuner Sees, um dort wichtige Impulse zur weiteren Ausgestaltung seines Kunstbegriffs und seines Weges in die Abstraktion zu finden. Eines der bedeutendsten künstlerischen Tagebücher Ittens entstand in jenen Landschaften oberhalb vom Thuner See, in Sigriswil. Diese Tagebuchaufzeichnungen legen von seinen für ihn bedeutsamen Impulsen ein eindrucksvolles künstlerisches Zeugnis ab.

‘Entmaterialisation’ der Natur
Die Ausstellung zeigt in chronologischer Gliederung und zehn Kapiteln, gruppiert um prominente Schlüsselwerke, die künstlerische Spannweite von Ittens Auseinandersetzung mit dem Thema der Natur. Dabei werden jeweils unterschiedliche Aspekte herausgearbeitet: Natur und Subjekt, Natur und Abstraktion, die Architektur der Natur, Farbe und Natur bis hin zu Ittens kontemplativen Baumstudien. Die Überführung einer subjektiv erlebten Naturform in eine Kunstform, die von objektiven Gesetzmässigkeiten bestimmt wird, nennt Itten ‚Entmaterialisation‘. Seit den zwanziger und dreissiger Jahren hat Itten dabei die abstrahierende und die gegenständliche Darstellung der Natur in immer wieder neue und komplexe Gleichgewichtskonstellationen gebracht. Auch seine Beschäftigung mit ostasiatischer Kalligrafie und Tuschemalerei setzte neue Impulse frei: Neben abstrakter Ornamentik entstehen kontinuierlich Landschafts-, Pflanzen- und figürliche Darstellungen auf unterschiedlichen Abstraktionsstufen.





Ittens Ausstellung im Kunstmuseum Thun 1962
Dass Itten seine erste grosse Schweizer Gesamtausstellung nicht in Zürich oder Bern, sondern im Kunstmuseum Thun realisierte, ist in der Ausstellung ebenso thematisiert: Ein eigenes Kapitel ist der Entstehungsgeschichte dieser Einzelausstellung Ittens von 1962 gewidmet. Die aktuelle Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Johannes-Itten-Stiftung und dem Johannes Itten-Spezialisten Prof. Dr. Christoph Wagner, Lehrstuhl für Kunstgeschichte Universität Regensburg.

Bilder in einem anderen Licht wahrnehmen
In Zusammenarbeit mit der Firma ARRI wird während der gesamten Laufzeit der Ausstellung zudem ein Wahrnehmungslabor mit neuesten Beleuchtungssystemen installiert, in dem man vor Originalwerken die Wirkungen von dynamisch veränderlichem Licht erleben kann: Digital gesteuertes Licht mit unterschiedlichen Qualitäten und Farbtemperaturen erzeugt bei ein- und demselben Kunstwerk unterschiedliche Wahrnehmungserlebnisse.

Lokalität

Kunstmuseum Thun
Hofstettenstrasse 14
3600 Thun

Organisator

Wiederholende Veranstaltung

Dies ist eine sich wiederholende Veranstaltung