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Jenseits des Panoramas. Zur Konstruktion von Landschaft

Dienstag 29.09 @ 11:00 - 17:00

Die Ausstellung untersucht, wie jenseits des Panoramas die Medien Film, Video und digitale Kunst die Möglichkeiten zur Darstellung von Landschaft neu ausloten.
«Landschaft» als Szene
Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf das Panorama. Die Spätblüte dieses Mediums am Ende des 19.Jh. fiel in die Zeit der ersten Filme, wo das Spiel mit der Illusion in konstruierter Landschaft auf neue Art inszeniert wurde. So auch an der Landesausstellung in Genf 1896 mit Filmen des damals topmodernen Cinématographe Lumière. Die Ausstellung untersucht, wie jenseits des Panoramas die Medien Film, Video und digitale Kunst seitdem die Möglichkeiten zur Darstellung von Landschaft neu ausloten. Werke von Gary Beydler, Rémy Zaugg/René Pulfer und Philipp Gasser treffen dabei auf eine filmische Rekonstruktion einer Stadtlandschaft von 1896 in 3D.

«Landschaft» ist nichts Vorgegebenes
Sie ist ein vermitteltes Konstrukt einer Raumwahrnehmung und muss er-schaffen, er-gangen, er-fahren werden – mit wechselndem Standort, Blickwinkel und Massstab. Kein Bildmedium macht diesen Umstand deutlicher als das Panorama, das ein Kind des 19. Jahrhunderts ist. Jener bildersüchtigen Epoche also, deren Frühzeit durch die Fotografie markiert und deren Ausgang durch die Ankunft des Films umgrenzt wurde. Die Ausstellung Jenseits des Panoramas – Zur Konstruktion von Landschaft will einen zentralen Ausschnitt dieser verschlungenen Bildgeschichte in Szene setzen. Sie tut dies im Hauptteil anhand der beiden Zäsuren in der Schweizer Panoramalandschaft: 1809, als Marquard Wocher mit dem Thuner Panorama begann, und 1903, als Auguste Baud-Bovys gefeiertes Jungfrau-Panorama auf Tournee in einem Sturm in der Irischen See versank. Alleinig übriggebliebene Spur dieses gigantischen Panoramas ist die in der Ausstellung gezeigte Ölbildmaquette, das sog. Aeschi-Panorama. Beide Monumentalbilder stehen zudem in interessantem Zusammenhang zur Entwicklung des Tourismus und der Image-Bildung der Schweiz im 19. Jahrhundert. Eine eigens für die Ausstellung produzierte Aufnahme mit neuster Medientechnologie verbindet die heutige Rundsicht von Thun, wie sie aus Marquard Wochers Blickpunkt aufgenommen wurde, in Aufprojektion mit dem historischen Panorama. Sie zeigt Wochers illusorisches Geschick, unseren Blick nahtlos über die Dächer auf Stadt und Berge schweben zu lassen.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Simone Büsch-Küng, wiss. Mitarbeiterin am Kunstmuseum Thun, Hansmartin Siegrist, David Bucheli und Andreas Weber (Projekt Digital Literacy and Early Swiss Cinema am Seminar für Medienwissenschaft der Universität Basel), in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel (FHNW), Andreas Wenger, Institut Innenarchitektur und Szenografie und dem französischen Centre national du cinéma et de l’image animée (CNC), mit freundlicher Unterstützung der Gebert Rüf Stiftung.

Ein attraktives Begleitprogramm mit Führungen und Special Guests begleitet die Ausstellung und ist der Webseite jenseitsdespanoramas.ch sowie kunstmuseumthun.ch zu entnehmen.

Lokalität

Thun-Panorama
3600 Thun

Ticket

Erwachsene CHF 9.00 / ermässigt CHF 8.00 (AHV, IV, Lernende, Militär)
Gratiseintritt: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, Museumspass, Raiffeisenkarte, ICOM, VMS etc.

Wiederholende Veranstaltung

Dies ist eine sich wiederholende Veranstaltung